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Paukenschlag in Spitzengastronomie: Hertog Jan schließt

Gert DE MANGELEER

Die Nachricht schlug wie eine Bombe ein: Hertog Jan, eines von zwei Drei-Sterne-Restaurants in Belgien, wird Ende des Jahres seine Pforten schließen.  Küchenchef Gert De Mangeleer (Foto) und Sommelier Joachim Boudens setzten auf dem Höhepunkt ihrer gastronomischen Karriere freiwillig einen Schlusspunkt. Am 22. Dezember gehen in Zedelgem endgültig die Lichter aus.

Im  Jahr 2005 hatte das Duo die ehemalige Brassierie Hertog Jan in Sint-Michiels übernommen und dann zu einem Höhenflug angesetzt, der seinesgleichen sucht. 2006 erhielt das Haus von den Inspektoren des Guide Michelin den ersten Stern, 2009 folgte der zweite, bevor 2011 der Aufstieg in den Koch-Olymp perfekt war. „Wir haben immer geträumt: zuerst wollten wir unser eigenes Ding machen, dann einen Stern und später träumten wir von drei Sternen und von einem ‚echten Restaurant‘ mit internationaler Ausstrahlung. Unser größter Traum war aber immer,  mit Hertog Jan auf dem Höhepunkt unserer Karriere zu stoppen“, teilten De Mangeleer und Boudens in einer Videobotschaft mit.

Neben Hertog Jan ist lediglich der Hof van Cleve in Kruishoutem vom „roten Führer“ mit drei Sternen ausgezeichnet. „Wir haben einzigartige Moment erlebt und inspirierende Menschen getroffen, aber wir haben auch viel vermisst und aufgegeben. Wir wollen auch noch einmal kleine Sachen genießen: die Kinder von der Schule abholen, abends zusammen essen und wieder etwas mehr Zeit haben, um Tennis zu spielen.“

Nach dem Ende von Hertog Jan wollen sie das Bistrokonzept „L.E.S.S. by Hertog Jan“ ausbauen. L.E.S.S. steht für „Love.Eat.Share.Smile.“ Auch der Top-Gastronomie wollen sie verbunden bleiben, aber in anderer Form: „Wir denken, dass wir unserer Niveau noch steigern können und träumen wieder von einem Platz, an dem wir noch einmal das Beste von uns selbst geben können, aber nicht unbedingt in einem traditionellen Restaurant.“

Vor Hertog Jan hatten bereits anderer Häuser in Belgien freiwillig auf ihre Sterne verzichtet und andere kulinarische Wege eingeschlagen, so De Karmeliet in Brügge, De Wulf in Drainouter oder das Bistro Margaux in Sint-Martens-Bodegem.

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