Gastro-News

Küchenchefs geben Sterne freiwillig zurück

Gleich zwei flämische Sterneköche haben angekündigt, der Spitzengastronomie den Rücken zu kehren und künftig andere, weniger aufwendige gastronomische Konzepte verfolgen zu wollen. Das meldet die Brüsseler Zeitung „Het Laatste Nieuws.“

Zu Beginn der vergangenen Woche hatte Thomas Locus vom „Bistro Margaux“ in Sint-Martens-Bodegem mitgeteilt, sein Haus am 8. Januar schließen und mit der Brasserie „Julie“ mit einer „klassischen, altmodischen Küche“ weitermachen zu wollen. Wenig später ließ auch Karen Keygnaert verlauten, dass Ende März für das „A’Qi“ in Brügge das Aus komme und sie mit der „Cantine Copine“ ein neues kulinarisches Abenteuer starten werde. „Das wird keine Sternesache mehr. Ohne Stern hast du viel mehr Freiheiten. Er zwängt in ein Korsett und lässt die Kosten in die Höhe schnellen“, wird die 44-Jährige zitiert. Außerdem, so stellt die Köchin fest, sei die Zeit vorbei, dass die Menschen einen ganzen Abend an einem Tisch für ein langes Menü sitzen möchten. „Sie wollen gesellig mit Freunden zusammensitzen, ohne sich über den Dresscode Gedanken machen zu müssen.“

Experten gehen davon aus,  dass der finanzielle Druck auf die Spitzenküche durch die steigenden Personalkosten und die Einführung der Blackbox im Horeca-Sektor so groß wie noch nie ist. Das Verhältnis zwischen großem pesonellen Einsatz und Verdienstmöglichkeit stimme in den Augen vieler nicht mehr, sagt der Restaurantkritiker Willem Asaert. Daher gehe der Trend zu einfacheren Konzepten mit preiswerteren Produkten und geringerem Personalaufwand. Die Kunden gingen heutzutage lieber drei-, viermal im Monat in eine bezahlbare Brasserie für jeweils 50 Euro statt an einem Abend 200 Euro auszugeben. (hegen)

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