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Im Eupener Lighthouse gehen wieder die Lichter an

Ein Unternehmer aus Limbourg hat das Gebäude gekauft und spätestens im Februar sollen am Kehrweg die Lichter wieder angehen. Betreiber wird Gary Van Handenhove sein, der Sohn der früheren Eigentümer Eric und Edmée Van Handenhove, die lange Jahre in der Eupener Gastronomie (u. a. auch Rick’s Pub) verwurzelt waren. Der 27-Jährige wird die Immobilie künftig mieten und dort anknüpfen, wo seine Eltern einst aufgehört haben. „Vor drei Jahren habe ich bereits mit dem Gedanken der Übernahme gespielt, doch fühlte ich mich damals zu jung“, sagt der künftige Geschäftsführer bei einem Termin vor Ort mit dem GrenzEcho.

Eine feine Brasserieküche mit angegliederter Kneipe

In der Zwischenzeit hat er weitere Erfahrungen in der Gastronomie sammeln können. So war er im Côte Comptoir in Welkenraedt und im Aux Étangs de la Vieille Ferme in Herve tätig. „Das war im Hinblick auf den Schritt in die Selbstständigkeit sehr wichtig und ich hatte genügend Zeit, an dem künftigen Konzept zu feilen“, stellt er heute fest.

Als möglicher Eröffnungstermin steht nach verschiedenen Renovierungsarbeiten aktuell Anfang Februar im Raum. „Eigentlich hatten wir einen früheren Termin ins Auge gefasst, doch haben die Corona-Maßnahmen uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erläutert Van Handenhove. Ohnehin steht derzeit noch in den Sternen, wie die Gastronomie Anfang des kommenden Jahres arbeiten darf.

Auch künftig soll das Lighthouse als Restaurant und Café funktionieren und das an sechs Tagen in der Woche. In der Pergola wird das Essen serviert, die erste Etage soll zu einem größeren Raum für bis zu 50 Personen umfunktioniert werden, in dem Familienfeiern stattfinden oder Vereine beziehungsweise Service-Clubs sich treffen.

Gary Van Handenhove trotzt der Krise. Foto: Heinz Gensterblum

Die künftige Küchenmannschaft hat er bereits gefunden. Ein Paar, das nach einem Auslandsaufenthalt in die Heimat zurückkehrt, wird die Karte am Herd umsetzen. „Wir werden eine feine Brasserieküche bieten, aber auch Gerichte, die der Gast mit einem Plancha-Grill selbst am Tisch zubereitet“, skizziert der Gastronom das künftige kulinarische Angebot und ergänzt: „Ganz wichtig wird für uns sein, auf regionale und saisonale Produkte zu setzen.“ Ein eigener Gemüsegarten soll ab 2021 frische Produkte liefern.

Die Karte ist bereits entwickelt. Neben einem Standardprogramm mit zahlreichen Klassikern der belgischen Brasserieküche wird es monatlich wechselnde Empfehlungen geben. Abgesehen vom Freitagmittag soll die Küche mittags in der Woche kalt bleiben. Außerdem ist Montag sowie Sonntagabend geschlossen. Freitags und samstags soll die Küche durchgehend geöffnet bleiben.

Der Name bleibt unverändert, auch im Sinne seiner Eltern, die am 1. Juli 2004 mit dem Projekt starteten, nachdem die Immobilie nach Schließung des Tabaris fast zehn Jahre leer gestanden hatte. „Sie waren vor drei Jahren das Leben im Horeca-Sektor satt und sehnten sich nach einem normalen Familienleben“, blickt er zurück. Ihr Erbe will er nun fortsetzen. „Sie waren am Anfang überrascht, als ich ihnen von meinen Plänen berichtete. Nun sind sie stolz, dass ich das Projekt mit großer Motivation angehe. Sie werden ihren Sohn unterstützen und künftig sicherlich gelegentlich vor und hinter der Theke hier anzutreffen sein“, umschreibt er die künftige Rolle seiner Eltern, wobei seine Mutter auch bei der neuen Inneneinrichtung mit völlig neuem Mobiliar und neuen Böden beratend zur Seite stehen wird. Auch seine Freundin wird in den Betrieb eingebunden sein. Noch ist Van Handenhove auf der Suche nach verschiedenen Servicekräften, doch ist er optimistisch, diese rechtzeitig zu finden.

Auch bei den Getränken will er eine gepflegte Auswahl an Bieren, Weinen und Cocktails anbieten. Neben wechselnden Spezialbieren vom Fass, unter anderem von verschiedenen Mikrobrauereien, arbeitet er bei den Weinen mit dem Welkenraedter Händler „Comptoir des Vins“ zusammen. „Hinzu kommen kleinere Winzer, die ich selbst entdeckt habe und deren Weine ich importieren werde“, so der ambitionierte Gastronom, der eine Wohnung in dem Haus beziehen wird. Mit verschiedenen Themenevents soll der Barbetrieb an den Wochenenden belebt werden.

Verschiedene Arbeiten vor dem Neustart im Februar 2021

Vor der Neueröffnung strebt der Eigentümer der Immobilie verschiedene Renovierungsarbeiten an. Dabei geht es um den Parkplatz auf der linken Seite des Etablissements, aber auch um diverse Fassaden- und Fensterarbeiten. Für das kommende Frühjahr soll auch der Außenbereich neu gestaltet und vergrößert werden. Dass das Lighthouse schnell wieder seinen Platz in der gastronomischen Landschaft finden wird, davon ist Gary Van Handenhove überzeugt: „Ich bin optimistisch, dass viele Leute wiederkommen werden. Oft habe ich in den letzten Tagen gehört, dass sie sich auf die Wiedereröffnung freuen und ihnen durch die Schließung etwas gefehlt hat.“

Beim Publikum strebt er eine Mischung aus Jung und Alt an. „Es soll eine Atmosphäre geschaffen werden, in der alle Generationen sich wohlfühlen und in der Deutsch- und Französischsprachige gemeinsam einige schöne Momente erleben.“ (hegen/Foto: Ralf Schaus)

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