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Beliebtes New Yorker Bistro «Carnegie Deli» schließt

Carnegie Deli schließt

Das vor allem bei Touristen beliebte New Yorker «Carnegie Deli» schließt. Das 1937 eröffnete Bistro im Herzen Manhattans, das besonders für seine riesigen Pastrami-Sandwiches berühmt war, öffnete am Freitag zum letzten Mal seine Türen. Einige Kunden warteten Stunden, um eines der kolossalen Sandwichs mit dem geräucherten, gewürzten Schinken zu ergattern. Die Eigentümerin, die sich künftig Geschäften im Groß- und Einzelhandel widmen will, lehnte in letzter Minute das Kaufangebot eines Restaurantbetreibers über 10 Millionen Dollar (9,5 Mio. Euro) ab, der den Laden erhalten wollte.

«Es waren acht einprägsame Jahrzehnte in New York», schrieben die Betreiber auf Twitter. «Ich bin tief betrübt, das Verschwinden eines kulinarischen Wahrzeichens zu erleben», schrieb auch Jake Dell in einem Leserbrief an die «New York Times». Dell ist Inhaber des ähnlich berühmten, erstmals 1888 eröffneten Bistros «Katz’s Delicatessen», das ebenso gewaltige Pastrami-Sandwiches anbietet.

Ihren Boom erlebten New Yorker Delis in den 1920er und 30er Jahren, als jüdische Einwanderer darin Spezialitäten wie Knishes (gefüllte Teigtaschen), Latkes (Kartoffelpuffer) und Suppe mit Matzeknödeln verkauften. Migranten erinnerten diese Speisen an ihre Heimat, für Broadway-Stars und Fans wurden Delis auch zum beliebten Treffpunkt nach abendlichen Theater- und Musical-Aufführungen. Dem Judaistikprofessor Ted Merwin zufolge ist die Zahl der ursprünglichen Delis in der Stadt von einst 1.500 auf etwa 15 geschrumpft. Der Name Deli bezeichnet heute vor allem kleinere Lebensmittel-Geschäfte, in denen auch Sandwiches und einfache Speisen zubereitet werden. (dpa/Foto: dpa)

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