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Antoines eigensinnige Küche: junge Gastronomen, frisches Konzept

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„Alles neu macht der Mai“ heißt es in einem deutschen Volkslied. Für Lisa Klinkenberg und Mirko Radermeker begann mit dem Wonnemonat ein neues Kapitel in ihrer beruflichen Laufbahn. Im Eupener Ortsteil Stendrich eröffneten die beiden Gastronomen in einem Privathaus das Restaurant „Antoine – Eigensinnige Küche“. Schon der Name und das Konzept veranlasste „Apéro – Essen und Trinken in Ostbelgien“ nachzuhören, was sich dahinter verbirgt.

Wofür steht „Antoine“ und vor allem wofür steht die „eigensinnige Küche“?

Lisa Klinkenberg: Wir haben lange nach einem passenden Namen gesucht. Der Name Hakuna Matata war lange ein Thema, aber dann doch nicht geeignet. Bei uns findet jeder das, was er sucht: einen geselligen Abend, ein kulinarisches Erlebnis sowie Entspannung im gemütlichen und lockeren Ambiente. Antoine steht für den heiligen Antonius von Padua. Einfach gesagt hilft er einem wieder zu finden, was man verloren hat. Heutzutage gilt sogar, dass er der Wegweiser ist. Und da war er auf einmal, Antoine. Hinzu kommt, dass der heilige Antonius der Schutzpatron der Bäcker ist. Mein Opa war Bäcker und Mirkos Opa hieß Anton.

Mirko Radermeker: Wir sehen in der eigensinnigen Küche ein neues Konzept in Eupen mit erfrischendem Angebot. Wir halten uns nicht unbedingt an Vorgaben der alten französischen Schule, sondern versuchen die Gastronomie nach unseren Ideen auszuleben. Die Gerichte sollen auf den Punkt zubereitet und voller Geschmack sein. Es muss perfekt aussehen. Wir verbannen klassisch eingedeckte Tische und damit auch die Tischdecken. Das Ambiente lebt, jede Woche haben wir neue Ideen, wie man den Wohnraum gestalten kann, und was man noch besser machen könnte. Dazu gehört eben viel Kreativität und Eigensinn.

Wie ist das Konzept entstanden?

Mirko Radermeker: Wir haben verschiedene Wege ausgelotet. Welche Möglichkeiten würden mit richtigem Restaurant bestehen, innerhalb der Stadt, außerhalb der Stadt, wie groß soll bzw. muss der Gastraum werden, … Fazit: kleines Restaurant und kleine Karte. Über Umwege sind wir auf die heutige Formel gestoßen sind. An unserem freien Tag haben wir für Freunde und Familie gekocht. Das waren immer sehr schöne Abende im privaten Ambiente. Die Idee ist immer sehr gut angekommen bei bisherigen Gästen.

Mirko Radermeker: "Die Gerichte sollen auf den Punkt zubereitet sein und voller Geschmack. Es muss perfekt aussehen." Fotos: Anna Lischetzki

Der Anspruch: „Die Gerichte sollen auf den Punkt zubereitet sein und voller Geschmack. Es muss perfekt aussehen.“ Fotos: Anna Lischetzki

Sie bieten das jetzige Drei-Gang-Menü mit je drei Wahlmöglichkeiten für 35 Euro an. Die Weinbegleitung kostet 22 Euro. Wie würden Sie Ihre Küche beschreiben, wo würden Sie sie ansiedeln?

Mirko Radermeker: Ein Spagat zwischen bekannten Zutaten in ungewöhnlichen Kombinationen ist unser Ding. Oder unbekannte Zutaten in klassischen Gerichten. Ohne Convenience Produkte, d. h. wir kochen alles selber, bevorzugt mit Produkten von Erzeugern aus der Region. Da in geselligen Runden nicht jeder Gast experimentierfreudig ist, gestalten wir unser Menü so, dass auch diese etwas finden. Unsere Gäste wählen zwischen Fisch, Fleisch oder Vegetarisch für Vorspeise und Hauptgericht. Zum Dessert bieten wir klassisch süß, „abgefahren“ und/oder Käse.

Sie haben beide bereits in der Gastronomie gearbeitet. Schildern Sie doch mal kurz Ihren bisherigen beruflichen Werdegang?

Mirko Radermeker:  Ich habe meine Ausbildung in der Hotelfachabteilung im RSI 2007 abgeschlossen. Nach meinem Praktikum im Fiasko Eupen wurde  ich übernommen und bin dort insgesamt vier Jahre geblieben. Anschließend folgten verschiedene Haltestellen, unter anderem ein Auslandsjahr.

Lisa Kinkenberg: Ich habe als Quereinsteigerin 2015 den Weg in die Gastronomie gefunden. Unter Sandrine Vangenechten und Alexander Braun haben wir beide gemeinsam im Delcoeur Brasserie – Duo Restaurant gearbeitet. Ich im Service und Mirko als Küchenchef in der Brasserie. Die Zusammenarbeit hatte auf Anhieb super geklappt. Schließlich bin ich zum Kloster Heidberg gewechselt und Mirko zu mundArt in Aachen, dort wurde er nach kürzester Zeit zum Küchenchef. Ende 2016 folgte ich nach Aachen und nach knapp einem halben Jahr stand die Entscheidung fest: Wir möchten es versuchen und uns selbstständig machen.

War der Traum von der Selbstständigkeit immer vorhanden?

Mirko Radermeker: Ich habe viele Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Gastronomie sammeln können. Catering, Koch-Seminare, Haute Cuisine, Brasserie und Hotelküche im In- und Ausland. Lisa hat hingegen  Erfahrung im organisatorischen Bereich und Service. Die Idee ist in den letzten Jahren immer mehr gereift, sodass wir dieses Jahr den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.

Reicht das Angebot von zehn Plätzen aus, um davon leben zu können?

Lisa Klinkenberg: Wir möchten ein einzigartiges Erlebnis bieten. Bei uns kann man in einem sehr privaten Rahmen essen. Ein Haus Ambiente mit kleiner Trasse, Wintergarten und das Wohnzimmer als Gastraum. Zu Hause, aber trotzdem nicht zu Hause. Hinzu bieten wir die Möglichkeit Catering-Service „Antoine on tour“, um den Kundenkreis zu erweitern.

Sie werden ausschließlich auf Reservierung arbeiten. Gilt dies für alle Tage?

Lisa Klinkenberg: Um Qualität zu garantieren und um unseren eigenen Ansprüchen zu genügen, möchten wir in diesen Räumlichkeiten definitiv weiter so vorgehen. Das gibt uns außerdem die Möglichkeit auf Kundenwünsche, Unverträglichkeiten usw. gezielt einzugehen. Über soziale Medien hingegen möchten wir spontane Formeln für Kurzentschlossene bei freier Kapazität anbieten.

Ist die Suche nach einer Immobilie damit vorerst ad acta gelegt?

Mirko Radermeker: Unser erstes Ziel ist es, uns zu etablieren und eine Kundschaft aufbauen. Stendrich 21 sehen wir vor allem als Sprungbrett für unsere Ideen. Was die Zukunft bringt, werden wir dann sehen. (hegen)

Im privaten Rahmen werden die Gäste im Eupener Ortsteil Stendrich (Nr. 21) empfangen. Foto: David Hagemann

In einem Privathaus werden die Gäste im Eupener Ortsteil Stendrich (Nr. 21) empfangen. Foto: David Hagemann

„Antoine – Eigensinnige Küche“, Stendrich 21, 4700 Eupen
mail@antoine-restaurant.be
Tel.: 0472 – 822.191

 

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