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Mahlzeit (34/La Baraque Michel): Das Venn im Blick, das Wild auf dem Teller

Dieses Gasthaus kennt wohl jeder Ostbelgier. An der Regionalstraße, die den Norden mit dem Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft verbindet, liegt „La Baraque Michel“, das sich selbst als „typisches Gasthaus im Hohen Venn“ bezeichnet. Doch diese Bezeichnung wird dem Ganzen nicht gerecht. Dieses ist zum einen nämlich Bierlokal, Bäckerei, Brasserie und Hotel und zum anderen ein mehr als etabliertes Restaurant, das gerade in dieser Jahreszeit viele Feinschmecker aufgrund der Wildspezialitäten anzieht.

In Zeiten, in denen die Schnelllebigkeit in der Gastronomie spürbar zunimmt, gibt es hier und da noch Adressen, die Jahrzehnte überleben. „Seit 1912 bereitet die Baraque Michel in vierter Generation Reisenden und Stammgästen auf authentische Weise einen großzügigen Empfang in traditioneller Atmosphäre“, schreiben die Betreiber auf ihrer Internetseite. Schon häufiger haben wir uns in den vergangenen Jahren von den „inneren Werten“ dieses Hauses überzeugt, dem die Straßenbauverwaltung in der Zwischenzeit einen großzügigen Parkplatz vor der Haustür angelegt hat.

Das Amberbier des Hauses sollte man sich nicht entgehen lassen.

Wir kehrten in dieser Woche nach einer Wanderung im Hohen Venn ein und gönnten uns zunächst ein Bier des Hauses. Dieses gibt es in weißer, blonder und brauner Version vom Fass, doch unser klarer Favorit ist die Cuvée de la Baraque Michel, ein bernsteinfarbiges Amberbier mit markantem Geschmack und leicht bitterer Karamellnote in der 75 cl-Flasche.

Die Küche des Hauses ist regional ausgerichtet und daher auch stark saisonal geprägt. Im Schankraum gibt es eine kleine Restauration, die nicht nur den Ansprüchen nach einer Wanderung oder einem Langlauf genügt, sondern auch dem Liebhaber verschiedenerer Wurst- und Käseplatten mundet. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass diese von dem hauseigenen Brot begleitet werden, das auch zum Kauf angeboten wird und viele einen Zwischenstopp einlegen oder selbst dafür anreisen lässt. Die Palette wurde in den letzten Jahren erweitert und geht weit über das bislang bekannte Hausbrot hinaus. Die hauseigene Bäckerei fertigt aber auch Kuchen und Torten sowie Eis an. Im vorderen Bereich lassen sich aber auch Spare Ribs, Ardennerkroketten, Wildschweinfrikadellen und einiges mehr verkosten – und das alles im Preissegment von 7 bis 15 Euro. Der rote Hauswein, ein biologisch angebauter Côte du Rhône, ist übrigens jeden seiner 21 Euro wert…

Das Hirschkalbsteak flambiert mit Cognac an einer sahnesoße mit Rotkohl, Preiselbeeren und Fritten. Fotos: Heinz Gensterblum

Im hinteren Restaurantbereich, der den Besuchern den Blick aufs Hohe Venn ermöglicht, war an einem Dienstagmittag (und das nicht in einer Ferienperiode) jeder Tisch besetzt. Das spricht für sich. Die Vorspeisen kosten in diesem rustikalen Ambiente zwischen 13 und 18 Euro, die Hauptgänge zwischen 19 und 28 Euro. Wir entschieden uns für das Fasanenfilet an einer Soße mit Preiselbeeren und grünem Pfeffer mit Fritten (siehe Foto oben) – alles in allem ein hervorragender Gang, der bei der gebotenen Produktqualität sowie der Frische und der handwerklichen Fertigkeit bei der Zubereitung mit 23 Euro auch korrekt kalkuliert war. Gerade in der Wildzeit kann die Küche um Eigentümer Patrick Bodarwé die Kundschaft begeistern. Der Service ist professionell und macht der Kundschaft das Gebotene schmackhaft. Die Weinkarte ist mit ausschließlich französischen Tropfen üppig bestückt und bietet auch so manchen älteren Tropfen zu moderaten Preisen. Und wer nach einem genussreichen Abend nicht mehr fahren möchte, dem stehen 13 Zimmer zur Verfügung…

Fazit: Traditionsreiches Haus, das auf den verschiedensten Ebenen die Kundschaft begeistern kann und auf alle Fälle einen Besuch wert ist – gleich ob man nur ein gepflegtes Bier trinken oder ausgiebig speisen möchte. (hegen)

Restaurant La Baraque Michel
Baraque Michel 36
4845 Jalhay
Täglich geöffnet ab 9.30 Uhr
080/44.88.01
www.labaraquemichel.be
info@labaraquemichel.be

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