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Bei Fonk entsteht der Reisfladen auf Knopfdruck

Rund 1.500 Brote und 3.500 Brötchen verlassen täglich die Backstube von Eric Fonk in St.Vith. Außerdem verschiedene Teilchen, Kuchen und Snacks. Die meisten Arbeitsschritte werden mittlerweile per Automatisierung und Digitalisierung erledigt. Eric Fonk, der sich seit 20 Jahren die Geschäftsführung mit seinem Bruder Mario teilt, spricht von seinem digitalen Tagebuch, das nicht nur Rezepte abspeichert, sondern zum Beispiel auch den Stromverbrauch anzeigt. „Unsere ganze Ofenanlage ist vernetzt. So sind wir in der Lage, pro Jahr 800 bis 1.200 Betriebsstunden einzusparen“, erklärt Fonk. Mehr noch: Jede der acht Filialen in Belgien und Luxemburg ist mit iPads ausgestattet. Flachbildschirme machen auf aktuelle Angebote aufmerksam.

„Automatisierung und Digitalisierung bedeuten für uns, den Mitarbeitern die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, um sie möglichst lange in der Arbeitslebenszeit halten zu können. Dabei geht es nicht darum, Arbeitsstellen abzuschaffen, sondern Kapazitäten für die Mitarbeiter zu schaffen“, sagt Eric Fonk.

Rund 160 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen zurzeit. Auch Eric Fonk hat seine Ausbildung zum Bäcker und Konditor im elterlichen Betrieb gemacht. Mittlerweile ist er Meister. Sein Handwerk hat er von der Pike auf gelernt. Mit seinem Bruder lenkt der 46-Jährige die Geschicke des Betriebs mittlerweile in der dritten Generation.

Als die Bäckerei 1947 von seinen Großeltern als Familienbetrieb gegründet wurde, war von Digitalisierung noch lange nicht die Rede. Bei der Eröffnung wurden gerade einmal sieben Brote und drei Tafeln Schokolade verkauft. Aber schon in den 1980er-Jahren wurden die Weichen in Richtung Digitalisierung gestellt: Die Bäckerei war in St. Vith der erste Betrieb, der einen Computer besaß.

Trotz aller Fortschritte: Menschen sind laut Fonk nach wie vor das wichtigste Kapital in seinem Betrieb. Fachkräfte klopfen allerdings nicht an die Tür. Daher werden diese mittlerweile international über Online-Portale rekrutiert. Dabei wirbt Fonk auch gerne für seine Heimat, für die gute Kleinkindbetreuung, das einheitliche Sozialsystem, die Mehrsprachigkeit, die zentrale Lage in Europa, das ländliche Leben mit Großstädten vor der Haustür. Ja, als heimatverbunden würde er sich ohne zu zögern bezeichnen. Das zeigt sich auch bei der Auswahl seiner Kooperationspartner. Roggen, Rohmilch und Buchweizen bezieht er aus der Region.

Zehn bis zwölf Stunden ist Fonk täglich für seinen Betrieb im Einsatz. Pläne hat er noch jede Menge: Zurzeit wird in der Lütticher Filiale eine App getestet, über die verschiedene seiner Produkte bestellt werden können. Aber auch das Image seines Handwerks liegt dem umtriebigen Unternehmer seit jeher am Herzen. Seine Backstube öffnet er regelmäßig für interessierte Gruppen. Seit fast 20 Jahren führt Fonk unter dem Motto „Gesundes Frühstück“ außerdem Projektwochen an Schulen durch. Dann kommt ihm sein traditionelles Handwerkswissen wieder zugute, zum Beispiel beim Plätzchen backen.

24 Lebensmittelerzeuger haben sich seit der Einführung 2013 der Marke „Made in Ostbelgien“ angeschlossen. „Made in Ostbelgien“ setzt auf kurze Wege: Indem der Verbraucher Produkte aus seiner Region kauft oder in der Gastronomie genießt, trägt er dazu bei, Arbeitsplätze in seiner Region zu sichern und die Kulturlandschaft für künftige Generationen zu erhalten. „Made in Ostbelgien“ fördert die Zusammenarbeit der Produzenten untereinander. Die enge Verbindung zu den Lebensmittelgeschäften und den Tourismusbetrieben in der Region bietet zudem die Chance, Ostbelgien als starken Standort zu positionieren. (red/Foto: Caroline Kremer-Cruff)

Alle Produzenten und Verkaufsstellen sind hier einsehbar: www.madeinostbelgien.be

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